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Prälatenweg

Samstag, 14. August 2010                                                          KKV-Rad- und Wandertour

Auf dem Prälatenweg durch Landschaft und Geschichte

“Wenn Engel reisen, lacht der Himmel” . Schöner könnte man das Wetter am heutigen Tage nicht umschreiben. Nachdem die vergangene Woche hauptsächlich kühl und nass war, beginnt der heutige Tag mit Nebel und angenehmen Temperaturen über Bielefeld. Um 9:00 Uhr scheint bereits die Sonne. Um 11:00 Uhr ist in Herzebrock mit strahlend blauem Himmel der Start zur Radtour angesagt.

Der Kirchplatz in Herzebrock
Die Anreise erfolgte mit dem Auto oder der Eisenbahn. Pünktlich um 11:00 Uhr sind alle auf dem Kirchplatz versammelt. Die Wanderer werden sich später, um 14:00 Uhr an gleicher Stelle treffen und dann einen ausgiebigen Spaziergang durch den Putzwald antreten.
Begrüßung und Einführung durch Kurt HesseDie Leitung der Radtour hat mal wieder Kurt Hesse übernommen und zunächst müssen ein paar Regularien geklärt werden.
Die Pfarrkirche St. Christina, ehem. Klosterkirche, wurde für uns geöffnet und so beginnen wir die Radtour mit einer Kirchenbesichtigung.
Die Pfarrkirche St. Christina war ursprünglich, bis zur Auflösung des Klosters 1803,  eine Pfarr- und  Klosterkirche. Das Mittelschiff wurde im Stil der Spätgotik 1474/75 errichtet und an den vorhandenen romanischen Turm aus dem 12. Jht. angebaut. Wie ein Baldachin spannt sich das Deckengewölbe über das Mittelschiff. Es zählt zu den schönsten Zeugnissen der Spätgotik in Westfalen.

St. ChristinaDeckengewölbeAltarraumHochaltar von 1902

Einladung zur Radtour - PDFDann begann die Radtour, quer durch das ehem. Klostergelände. Vorbei am Rosengarten und dem Fischteich folgten wir der Beschilderung zum Prälatenweg.

Das ehem. Kloster Herzebrock wurde um 860 als Kanonissenstift gegründet. Die Stiftsdamen verfügten über eigene Wohnungen, eigenes Vermögen und eine eigene Dienerschaft. Außerdem besaßen sie das Recht, jederzeit das Stift zu verlassen, jedoch ohne ihr Vermögen zurück zu erhalten.
1208 wurde das Kloster in ein streng geführtes Benediktinerinnenkloster überführt.

Gegen Ende des 17. und Anfang des 18 Jht. erfolgte der Bau des Laienschwesternhauses (1689) und des zweigeschossigen Konventshauses (1696).

KonventsgebäudeWappen- und ChronogrammsteinTorbogen zum KonventsgartenFischteich

Am 25. Februar 1803 wurde die politische Entscheidung zur Aufhebung der geistlichen Territorien und deren Übernahme durch die weltlichen Landesherren beschlossen. Große Teile der Anlage fielen dem Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg zu.

Von Herzebrock führte unser Weg nach Clarholz. Das Prämonstratenserkloster geht auf eine Stiftungsgründung im Jahre 1133 zurück. Nach der Fertigstellung der Stiftskirche (1175) wurde diese auch zur Pfarrkirche erhoben und die Chorherren (Priester) wurden mit der Seelsorge beauftragt.
Propstei von 1707Elbert von Kückelsheim übernahm 1693 das Amt des Abtes. Er veranlasste den barocken Ausbau der Klosteranlage. Die neue repräsentative Probstei wurde 1707 fertig gestellt. Anschließend ließ er den Ehrenhof gestalten. Die Klostergärten erfuhren im 17. und 18. Jht. die Umwandlung in eine barocke Gartenanlage. Am 27. Oktober 1803 wurde das Kloster durch das preußische Militär geräumt. In der Folgezeit wurden viele Gebäude abgerissen, so auch 1810/11 der Kreuzgang.

Ankunft im EhrenhofVoller TatkraftMit Löwen bekrönter HaupteingangDer Vorsitzende Frank Fröhlich mit Schutzhelm

Nun folgte das längste Stück des Weges. Das Ziel hieß Kloster Marienfeld.

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Die Klosterpforte ist der Haupteingang der Klosteranlage und zugleich der Eingang zum gleichnamigen Hotel. Doch uns interessierte heute das ehem. Kloster.
Das 1185 gegründete Zisterzienserkloster Marienfeld war bis zu seiner Auflösung 1803 eines der bedeutendsten Klöster Westfalens, dessen geistlicher Einfluss im westfälischen Raum weithin spürbar war. Herausragendes Zeugnis zisterziensischer Baukunst ist die romanische Abteikirche, deren Architektur andere bedeutende Kirchbauten in der Region Westfalen und im Ostseeraum nachhaltig beeinflusst hat. Im Westen grenzt das barocke Abteigebäude an die Kirche.

AbteigebäudeBlick über den Wirtschaftshof zur KircheKircheneingangBarockorgel

Nach einem ersten Rundblick verlangte der Körper sein Recht, Durst und ein leichtes Hungergefühl lenkten die Schritte fast automatisch zum Klostercafé.
Würstchen mit Kartoffelsalat, große appetitlich aussehende Kuchenstücke, Kaffee und das hier gebraute Klosterbier sorgten sehr schnell für ein spürbares Wohlbefinden.

TeilnehmerTeilnehmerTeilnehmerTeilnehmer

Einen besonderen Höhepunkt bildete die ausgezeichnete Kirchenführung. Nach einer geschichtlichen Einführung zum ehem. Kloster und der heutigen Nutzung folgten wir der Führerin in die Kirche. Die sehr gut erhaltene barocke Ausstattung fand nicht nur thematisch sondern auch fototechnisch reges Interesse.

KanzeldachKanzelAltarraumFührung

Der Fotograf bei der ArbeitBeleuchtung am KircheneingangChorgestühlAusschnitt aus der Kopie des alten Flügelaltars des holländischen Künstlers Johann Koerbecke 1457-1680

Nach einer ausgiebigen Mittagspause und der interessanten Kirchenführung machten wir uns wieder auf den Weg. In Herzebrock wollten wir uns zu einem geselligen Abschluß mit den Wanderern treffen. Mit flotten Pedalschlag ging es auf schönen Radwegen nach Herzebrock. Dort waren wir tatsächlich zu früh angekommen und mussten noch etwas auf die Wanderer warten.

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Wie man auf den Bildern sehen kann, gab es einen geselligen Abschluß auf dem Herzebrocker Kirchplatz. Alle Teilnehmer waren zufrieden, das Wetter hat gehalten, ein sonniger Tag bei 26° C. Zum Schluss durfte der Vorsitzende Frank Fröhlich sich bei Kurt Hesse für die Vorbereitung und Leitung bedanken. Zwei Flaschen vom guten Klosterbier aus Marienfeld wechselten den Besitzer. Die einzelnen Stationen dieser Radtour sind sicherlich auch eine gute Empfehlung für einen kleinen Tagesausflug.

Eine ausführliche Bildergalerie und Internetlinks zu den Stationen finden Sie in der Seitenspalte. Die hier gezeigten Bilder sind mit einer größeren Ausgabe verlinkt.

TiaraEinladung
PDF-Datei

Fotogalerie zur Radtour
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